Das FESTAC Africa Festival lässt das historische panafrikanische Fest der Kunst und Kultur wieder aufleben, um Afrika und seine Diaspora zu vereinen.
Panafrikanische Renaissance: ein kulturelles Erbe lebt wieder auf
Das FESTAC Africa Festival greift einen großen panafrikanischen Traum in moderner Form auf. FESTAC steht für World Black and African Festival of Arts and Culture, ein Großereignis, das Afrika und seine Diaspora durch gemeinsames Erbe, künstlerischen Ausdruck und intellektuellen Austausch verbinden soll.
Die heutige Form des Festivals knüpft an das Erbe des Festivals von 1977 in Nigeria an und wurde als „Renaissance-Festival“ neu begründet. Sie will Kultur, Gesundheit, Handel und Tourismus konkret miteinander verbinden und diese Bereiche als Grundlage einer nachhaltigen Zukunft Afrikas stärken. Das FESTAC Africa Festival in Ghana ist die jüngste Ausgabe dieser Reihe: Es lädt Führungskräfte, Innovatoren, Künstler und Reisende nach Accra ein, um zu feiern, zusammenzuarbeiten und die nächsten Jahre des Kontinents mitzugestalten.
Geschichte
Die Wurzeln von FESTAC liegen im Panafrikanismus und in der Négritude-Bewegung der Mitte des 20. Jahrhunderts, für die Persönlichkeiten wie Léopold Sédar Senghor und Aimé Césaire eintraten. Das erste Festival, das World Festival of Black Arts, fand 1966 in Dakar im Senegal statt und schuf eine weltweite Bühne für die Identität und Kreativität Schwarzer Menschen.
Das zweite Festival, FESTAC '77, wurde jedoch zu einem Kulturereignis für eine ganze Generation. Es fand vom 15. Januar bis 12. Februar 1977 in Lagos, Nigeria, statt und gehört bis heute zu den größten und ehrgeizigsten Kulturveranstaltungen, die der Kontinent je erlebt hat. Einen Monat lang war Lagos das Zentrum der Schwarzen Welt: Über 16.000 Teilnehmende, darunter Künstler, Musiker, Wissenschaftler, Schriftsteller und Darsteller, kamen aus 56 afrikanischen Nationen und Gemeinschaften der Diaspora.
Die nigerianische Regierung investierte viel Geld in den Erfolg des Festivals und ließ dauerhafte Bauten errichten, die bis heute stehen. Dazu gehören das bekannte National Arts Theatre in Iganmu und Festac Village, eine riesige Wohnsiedlung für die Teilnehmenden, aus der später ein großer Wohnvorort von Lagos wurde.
Offizielles Emblem von FESTAC '77 war eine Nachbildung der Benin-Elfenbeinmaske der Königin Idia, ein Symbol afrikanischen Königtums und Erbes. Auf dem Programm standen über 50 Theaterstücke, 150 Konzerte, 80 Filmvorführungen und 200 Lyriklesungen, die die Vielfalt Schwarzer Zivilisationen feierten. Das Festival war ein deutliches Bekenntnis zu kultureller Dekolonisierung, Identität und Einheit.
Nach einer langen Pause wurde das Festival 2022 auf Sansibar wiederbelebt; es folgten Ausgaben in Arusha (2023) und Kisumu (2024). Diese moderne „FESTAC Africa Renaissance“ bewahrt den ursprünglichen Gedanken der Einheit und setzt zugleich einen neuen Schwerpunkt: Kultur als Motor für nachhaltige Entwicklung und weltweite Zusammenarbeit.
Programm
Das heutige FESTAC Africa Festival verbindet Fachdebatten auf hohem Niveau mit öffentlichen Feiern. Die wichtigsten Programmpunkte beim FESTAC Africa Festival sollen die Zusammenarbeit über Branchengrenzen hinweg fördern und Kunst als Antrieb für Fortschritt nutzen.
Zur Ausgabe 2025 in Accra, Ghana, gehören:
- Gipfel und Konferenzen: Gipfeltreffen zu Gesundheit und Handel, Podien zum Klimawandel und Foren zu Frauen in Führungspositionen, auf denen Politiker und Unternehmer panafrikanische Strategien entwickeln.
- Kulturprogramm: Afro-Fusion-Modenschauen, Liveauftritte und Ausstellerbereiche mit Kunsthandwerk, Technologie und Design.
- Impact-Initiativen: Baumpflanzungen, medizinische Hilfsangebote und die Africa Gala Awards, mit denen Innovatoren und kulturelle Vorbilder ausgezeichnet werden.
- Film- und Literatur-Retreats: Räume, in denen afrikanische Filmschaffende, Dichter und Autoren sich austauschen und zusammenarbeiten.
- Grenzüberschreitender Karneval: Ein Kulturumzug, der durch afrikanische Länder zieht und sie im Zeichen der Einheit verbindet, bevor er in Accra ankommt.
Traditionelle Bräuche
Im Mittelpunkt von FESTAC stehen die traditionellen Bräuche in Ghana und in ganz Afrika. Das Festival zeigt alte wie moderne Ausdrucksformen von Identität:
- Musik und Tanz: Auf dem Programm steht eine Mischung aus Adowa, Kpanlogo und Afrobeats, dazu panafrikanische Trommelensembles.
- Essen: Waakye und Banku aus Ghana, Nyama Choma aus Ostafrika und marokkanische Tajines: Das Food Village des Festivals bietet Gerichte aus dem ganzen Kontinent.
- Kleidung und Mode: Kente, Aso-Oke, Ankara und neue Afro-Fusion-Designs bringen Farbe auf das Festivalgelände.
- Intellektuelle Traditionen: In Anlehnung an die Kolloquien von 1977 setzen heutige Podien die panafrikanische Debatte über Kultur, Bildung und Wirtschaft fort.
Was Besucher erwartet
Veranstaltungsort: Die Ausgabe 2025 findet im Accra International Conference Centre (AICC) statt, nahe Wahrzeichen wie dem Black Star Square und dem Parlament von Ghana.
Wetter: Im September warm und feucht, mit kurzen tropischen Regenschauern, gut geeignet für Feiern im Freien.
Anreise: Nur 15 Minuten vom Kotoka International Airport entfernt, erreichbar mit dem Taxi oder über Fahrdienst-Apps.
Unterkunft: Osu, Cantonments und Labone liegen nah am Veranstaltungsort und haben gute Restaurants; früh buchen, denn die Zimmer sind schnell vergeben.
Etikette: Für die Gipfel passt Business Casual, für Galas und Aufführungen ist farbenfrohe afrikanische Kleidung erwünscht.
Insidertipps:
- Aktiv netzwerken: FESTAC zieht viele Kreative und Unternehmer an.
- Die Zeit zwischen Gipfeln, Ausstellungen und Aufführungen aufteilen.
- Sehenswürdigkeiten in der Nähe besuchen, etwa den Makola Market und das Kwame Nkrumah Mausoleum, um die Kultur Accras besser kennenzulernen.
Fazit
Das FESTAC Africa Festival feiert panafrikanische Einheit und Kreativität. Es setzt das Vermächtnis von FESTAC '77 fort und verbindet Handel, Politik und Kultur zu einer Schau afrikanischer Leistungen.
Wer teilnimmt, erlebt eine besondere Kulturveranstaltung und wird Teil einer Bewegung, die die Zukunft des Kontinents mitgestaltet. Details und Anmeldung gibt es auf der offiziellen Website von FESTAC Africa (öffnet in neuem Tab).
Feiertage rund um das Festival
Die Termine der nächsten Ausgabe stehen noch nicht fest.
Ausgaben
- 2025Vorbei










